OCEANA schlägt 9 neue Meeresschutzgebiete in der Ostsee vor

OCEANA schlägt 9 neue Meeresschutzgebiete in der Ostsee vor

Teile der bedrohten marinen Artenvielfalt der Ostsee sind noch völlig ungeschützt

Die Ostsee befindet sich in einem kritischen Zustand. Oceana, die größte internationale Organisation zum Schutz der Meere, hat heute einen Report über die Artenvielfalt und marine Lebensräume veröffentlicht, der neun große Gebiete in der Ostsee als neue Meeresschutzgebiete vorschlägt. Diese Gebiete in Schweden, Finnland und Dänemark wurden während der ausgedehnten zweimonatigen Forschungsexpedition von Oceana im Frühjahr 2011 identifiziert und verfügen alle über ökologisch wichtige Artenvielfalt, die vor menschlichen Aktivitäten, wie etwa destruktiven Fischfangpraktiken, geschützt werden muss, damit sich die Ostsee wieder erholt.

Zu den neun vorgeschlagenen Gebieten gehören küstennahe und offshore Gewässer und sie repräsentieren Lebensgemeinschaften und Arten, die durch das derzeitige Netzwerk von Meeresschutzgebieten nicht ausreichend erfasst sind. Oceana dokumentierte sogar Arten und Lebensräume, die in der Ostsee bisher nicht beschrieben waren, wie Ansammlungen von Schwammen und besondere Arten von Korallengärten im Kattegat und im Oeresund. Diese Unterwasser-Lebensgemeinschaften sind durch viele Aktivitäten gefährdet, insbesondere aber durch die Grundschleppnetzfischerei, die eine unmittelbare Bedrohung für die Ökosysteme darstellt. Der Schutz der von Oceana dokumentierten Ökosysteme wird einige der Lücken füllen, die das derzeitige Netzwerk von Meeresschutzgebieten in der Ostsee aufweist.

„Die Artenvielfalt der Ostsee ist aufgrund von Verschmutzung und Aktivitäten wie zum Beispiel zerstörerischen Fischereipraktiken oder Baggerarbeiten einem enormen Stress ausgesetzt. In den von Oceana vorgeschlagenen neuen Gebieten sind Arten und Lebensräume vertreten, die derzeit nicht geschützt sind. Mit einer weiteren Verzögerung der Aufnahme dieser Arten und Lebensräume in das Netzwerk von Meeresschutzgebieten riskieren wir den vollständigen Verlust der einzigartigen Artenvielfalt“, sagt Niklas Zennström, Unternehmer und einer der Förderer des Ostseeprojekts von Oceana.

Oceana hat den Zustand der Lebensräume inner- und außerhalb der Schutzgebiete untersucht. „Aus unseren Untersuchungen geht eindeutig hervor, das sich Arten und Lebensräume innerhalb von Meeresschutzgebieten, die tatsächlich gemanagt werden, zum Beispiel durch ein Verbot von Grundschleppnetz-Fischerei, besser entwickeln und zur Regenerierung der Ostsee beitragen. In Verbindung mit einem strengen Management und einer effizienteren Regulierung der erlaubten Aktivitäten ist die Einrichtung von Meeresschutzgebieten ein wichtiger Mechanismus, um die Ostsee zu regenerieren“, ergänzte Anne Schroeer, Leiterin des Ostseeprojekts von Oceana.

Derzeit sind 12 Prozent der Fläche der Ostsee als Meeresschutzgebiete ausgewiesen. Um Artenvielfalt und Lebensräume effektiv zu schützen, müssten tatsächlich aber mindestens 30 Prozent der Ostsee als Schutzgebiete ausgewiesen und effektiv gemanaged werden. Derzeit sind viele der als Meeresschutzgebiete deklarierten Flächen tatsächlich vollkommen ungeschützt. Nur sehr selten wird in den geschützten Gebieten wenigstens der Fischfang eingeschränkt, obwohl die Fischerei, wie zum Beispiel die Schleppnetzfischerei, zusammen mit der Verschmutzung die schwerwiegendsten Bedrohungen für die Biodiversität darstellen.

Lesen Sie Oceana’s Bericht über Artenvielfalt und marine Lebensräume in der Ostsee

Weitere Informationen: Das Ostseeprojekt von Oceana

http://baltic.oceana.org/en/oceana-in-the-baltic-sea

http://eu.oceana.org/en/eu/media-reports/publications/baltic-conservation-proposals-for-ecologically-important-areas-in-the-baltic-sea

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