Was kann mit "Row for Silence" erreicht werden?

Janice Jakait hat ihre persönliche Zielsetzung und die der Aktion Row for Silence auf ihrer Webseite beschrieben:

Ich unterstütze mit dieser Aktion ganz bewusst und aktiv die Kampagne “Silent Oceans” von OceanCare bzw. der Internationalen Ocean Noise Coalition.

Viele Wale mussten stranden, bevor internationale Gremien die gefährliche Dimension des Unterwasserlärms ernst zu nehmen begannen. Schiffsverkehr, Militärsonare sowie seismische Tests zur Ortung von Erdölvorkommen erzeugen in den Meeren ein zuweilen ohrenbetäubendes Dröhnen. Wenn Wale aufgrund des Lärms stranden, sehen wir aber nur die Spitze des Eisbergs. Die Beschallung setzt auch den Fischbeständen zu. Summiert man die Folgen des Lärms mit jenen der Überfischung sowie der Meeresverschmutzung, wird klar, dass die Nahrungskette hochgradig geschwächt sein muss. Immer mehr Meerestieren droht der Hunger. Aber auch die Menschen werden darben, denn ein Grossteil vor allem der ärmeren Weltbevölkerung ist auf Fisch als primäre Proteinquelle angewiesen.

Sie ist noch unterwegs, gerade an den Kanarischen Inseln vorbei und hat erst ca. 1/3 ihrer Strecke hinter sich, also den größeren Teil noch vor sich. Trotzdem möchte ich hier schon mal die Frage anfangen zu diskutieren, was aus / mit der Publicity der Tour anschließend für die Ozeane gemacht werden kann und gemacht werden sollte.

Der Lärm in den Ozeanen ist ein großes Problem, allerdings sind manche Probleme wie laute Schiffsantriebe nicht von heute auf morgen lösbar. Marineübungen sind bei gutem Willen nach Ort und Jahreszeit planbar und damit weitgehend umweltschonend durchführbar. Erdgas- und Erdölexploration sind schon wieder schwieriger, zu groß ist der Drang / der Hunger energieträgerarmer europäischer Staaten nach neuen Vorkommen von Erdgas und Erdöl, gerade auch neuerdings im nördlichen Atlantik und speziell der Arktis, dementsprechend die politische Zurückhaltung vieler Regierungen und Parteien.

Tiefseegrundschleppnetzfischerei an ökologisch sehr empfindlichen Seamounts ist ein Problem, bei dem man mit etwas gutem Willen und Ernsthaftigkeit durch Schutzgebiete auch schnell etwas machen und viel Schaden verhindern kann.

Damit bin ich beim Hauptstichwort: Meeresschutzgebiete oder englisch „Marine Protected Areas (MPAs). Meiner Meinung nach der einzige Weg, im Meeresschutz bezogen auf Lärm und andere Probleme ernsthaft etwas zu erreichen. In nationalen Gewässern in der EU schon schwierig genug einzurichten (Stichwort Natura 2000-Gebiete), weil dort fast immer auch wirtschaftliche Interessen mehr oder minder großer und einflußreicher Gruppen betroffen sind, wird es auf der „Hohen See“ rechtlich und politisch sehr schwierig. Dieser Blogbeitrag soll nur ein Einstieg in die Thematik sein. Ich hoffe, dass von DEEPWAVE e.V. und anderen Organisationen Kommentare und Beiträge kommen werden.

Nachfolgend einige Informationen zu existierenden Schutzgebieten und durch vorausdenkende Organisationen geforderten Schutzgebieten:

Quelle und mehr Informationen:
http://www.ngo.grida.no/wwfneap/Projects/MPAmap.htm

Interessant auch 2010 Status Report on the OSPAR Network of Marine Protected Areas. Im Rahmen der OSPAR laufen einige Aktivitäten, allerdings sind auch dort einige Staaten die üblichen Bremser. Mehr Informationen unter http://www.ospar.org/ .

Informativ bzl. Schutzgebieten in internationalen Gewässern / auf „Hoher See“: The Mid-Atlantic Ridge:A Case Study on the Conservation and Sustainable Use of Marine Biodiversity in Areas beyond National
Jurisdiction

Da Janice Jakait gerade aus der Region „Makaronesien“ (Kanarische Inseln, Madeira, Azoren) herausrudert, einige Informationen zu Natura 2000 in dieser Region:

European Commission: Natura 2000 in the Macaronesian region

natura 2000 25Dez2011

Quelle: Screenshot 25. Dezember 2011: http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/atlas/maritime_atlas/#theme=themeNature.subthemeNatura2000&=null&extent=-20.1_25.5_-10.3_30.7

(Für eine größere Version des Bildes bitte hier klicken!)

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass noch ein zweites Transatlantik-Ruderprojekt in Vorbereitung ist, das explizit die Schaffung eines (großen) Schutzgebietes im Atlantik zum Ziel hat: Das Projekt IMPACABA ( International Marine Protected Area for Cetaceans And Biodiversity Atlantic), deutsch Internationales marines Schutzgebiet für Meeressäugetiere und Biodiversität Atlantik, von Andreas Morlok von ProWal. Auch wenn ich manchmal so meine persönlichen Zweifel bekomme, dass Andreas Morlok angesichts seiner zahlreichen Aktivitäten zum Schutz von Walen und Delfinen (und anderen Tieren) jemals die Zeit finden wird, sich, das Boot und das Ruderprojekt so intensiv vorzubereiten wie Janice Jakait, meine Unterstützung hat er für das Projekt, auch wenn es im Endeffekt u.U. nicht die über 6500km transatlantik werden, sondern eine andere und /oder kürzere Strecke.

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