Rote Karte für die Nachhaltigkeit der Fischerei

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat herausgefunden, dass die Auswirkungen der Fischerei auf Thunfisch und verwandte Arten seit den frühen 1960er Jahren zu einem Rückgang um rund 60% in diesen Populationen geführt hat. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences vorgestellt wurde, wurde teilweise durch das Projekt METAOCEANS finanziert („Elucidating the structure and functioning of marine ecosystems through synthesis and comparative results“). Dieses hat wiederum einen Zuschuss aus dem Marie-Curie-Programm „Early Stage Research Training“ in Höhe von 2,23 Mio. EUR unter dem Sechsten Rahmenprogramm der EU (RP6) erhalten. Die Ergebnisse sind eindringliche Warnungen, weil sie gezeigt haben, dass mehrere Fischarten überfischt wurden, und insbesondere, wie die Masse der Thunfische an den Grenzen der Nachhaltigkeit ausgebeutet wurden.

Forscher aus Kanada, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich haben festgestellt, dass der Kaltwasserthunfisch die Art ist, die am stärksten von der Überfischung betroffen ist. Die Daten zu dieser Fischart zeigen, dass ihre Population um 80% geschrumpft ist. Der atlantische Blauflossenthun und der Südliche Blauflossenthun gehören zu dieser Gruppe, die für ihre Größe und ihre Langlebigkeit bekannt sowie von erheblichen wirtschaftlichen Wert ist.

Auch die Makrele ist zahlenmäßig zurückgegangen. Obwohl sie kleiner ist und nicht so lange lebt, gehört auch die Makrele zu diesem besorgniserregenden Trend. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die Fischerei keine Grenzen kennt: ob groß oder klein, alle Arten sind gefährdet.

„Die Ergebnisse dieser Studie, die auf einer Zusammenstellung von genauere Einschätzungen beruhen, bilden die globale Situation der Thunfischpopulationen ab, die sich von den düsteren Interpretationen der Vergangenheit unterscheidet“, erklärt die Hauptautorin María Joé Juan-Jordá von der Universität von A Coruña in Spanien.

Eine ältere Studie, die bereits 2033 in Nature veröffentlicht wurde, hatte gezeigt, dass die Zahl der pelagischen Fischarten, darunter Thunfisch, im letzten Jahrhundert bereits um 90% geschrumpft ist. Die Doktorandin Maria Juan-Jordá sagt, dass „es besorgniserregende Faktoren gibt, die die regionalen Fischerei-Organisationen lösen müssen, um die Nachhaltigkeit dieser Fischereien zu gewährleisten“.

Die Autoren der Studie nehmen zur Kenntnis, dass die Bewirtschaftung der Thunfischpopulationen eine praktikable Lösung sein könnte. Der Forscher Nicholas Dulvy von der Simon Fraser Universität (Kanada) und einer der Autoren der Studie ergänzt: „… bei einigen Arten, braucht das Fischerei-Management Hilfe. Die Fische mit dem höchsten wirtschaftlichen Wert sind auch die Arten, die überfischt sind. Es gibt eindeutig immer noch Menschen, die wirtschaftlichen Nutzen aus der illegalen Fischerei von Rotem Thun ziehen, ein Fall, in dem der internationale Handel sich über internationale Fischereibestimmungen hinaushebt, die in der Regel wirksam sind.“

Juan-Jord sagt: „Organisationen für das Fischereimanagement müssen ihre Ressourcen nicht nur für die Bewirtschaftung hochwertiger Arten wie große Thunfische einsetzen, sondern auch für Arten mit geringerem wirtschaftlichen Wert, die wichtig sind, da sie für viele Entwicklungsländer eine große Proteinquelle sind.“

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Erhöhung der Fanquoten sehr riskant sein könnte und dass jeder globale Fischereiaufwand angesichts wachsender Nachfrage mit großer Sorgfalt betrachtet werden muss.

„Deshalb muss sich jetzt jeder darauf konzentrieren, eine echte Zukunft für diese Populationen zu schaffen und für die Fischereien, die davon abhängen,“ kommentiert Co-Autor Jago Mosqueira, Fischexperte an der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission in Ispra, Italien.

In seinem Kommentar zu der Frage, was getan werden muss, um die Nachhaltigkeit der Arte zu erhalten, sagt Co-Autor, Professor Juan Freire von der Universität A Coruña: „Es sind ernsthafte Anstrengungen und wirksame Maßnahmen nötig, um die globale Überfischung zu reduzieren, damit sich die Populationen erholen können und der Handel, der sie gefährdet, reguliert wird. Nur dann können wir größere Fänge und stabile finanzielle Gewinne garantieren und unsere Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme reduzieren.“

Quelle: http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=DE_NEWS_FP7&ACTION=D&DOC=2&CAT=NEWS&QUERY=0135ab57125d%3A5c16%3A20767ec6&RCN=34327

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