DEEPWAVE Newsletter April 2012

DEEPWAVE Newsletter April 2012

Unter dem Himmel des neuen Jahres
ist das Meer
Ganz still.
(Hekigodo)

(Haiko = „mach was aus mir sagt ein Haiku – oder auch spiel mit mir…“
aus: dtv- Haiku – jap. Gedichte)

Liebe Freunde der Meere,
Liebe Freunde und Förderer von DEEPWAVE e.V.!

„70 % Erdoberfläche sind mit Ozeanen bedeckt“, heißt es und durch Satelliten wissen wir „mehr über die Rückseite vom Mond als von unserer tieferen Wassererde“. Auch in die tiefsten Gräben des Meeres „sind bisher nur zwei Menschen 1960 vorgedrungen“ – bis James Cameron der Regisseur von Titanic – gerade nun im März 2012 dorthin allein vorgestoßen ist. „Den Ozean im Klimawandel zu verstehen ist schier unmöglich“, war noch die Meinung – bevor die Eisdaten und der IPCC- Klimarat uns mehr über den menschengemachten Klimawandel lehrte.

Kurz, wir müssen wohl manchmal die Dinge in unserer Kommunikation und unserem Wissen hinterfragen. Dazu zählt auch, ob unser allgemeiner Wortgebrauch ausreicht, die gegenwärtigen Veränderungen im Meer adäquat zu beschreiben. Und da tolle Bilder mehr sagen als viele Worte – gerade in Zeiten der schnellen Vermittlung über soziale Netzwerke – bin ich mir gerade unsicher, wie der Ernst von dringenden Meldungen denn auch wirklich ankommt.

Auf der einen Seite lockt da das grausame Bild von Dutzenden Schildkröten an einer Angelschnur – als Mahnmal unserer brutalen globalen Fischerei. Doch wie still fühlt es sich an im Meer ohne Schildkröten und Wale? Und auf der anderen Seite lese ich ellenlange Berichte von politischen „think-tanks“ zur bevorstehenden Rio-plus-20 Konferenz, die sich dem Schutz der Meere und Artenvielfalt verpflichtet fühlen. Ist das eine (notwendige?) Bürokratensprache, die die Dinge etwa verschleiern will? Wird da ein Feind gescholten, wo keiner verantwortlich ist, oder eine Hoffnung erschaffen, die keiner mehr einhalten will?

„Walodrom“? „Bombodrom“? Wie nennt man denn nun diese seismische Erkundung nach Erdöl in den marinen Naturschutzgebieten der Ostsee, gegen die wir Naturschutzverbände gerade protestieren. So wie die militärischen Übungsfelder an Land? Die gemeinsame Stellungsnahme, zu diesem Vorstoß der Industrie in Naturschutzgebieten nach Erdöl zu suchen, finden sie dazu auf unsere Website. Was für ein Wort umschreibt diese bestialische Lärmaktivität unter Wasser am Besten, bei dem wohl einige Schweinswale sterben werden? Unter Ihren besten Wort-Vorschlägen verlosen wir eine DVD unseres Mangrovendokumentarfilms!

„Haifining sorgt für wissenschaftliche Daten!“ oder der „7 % Anteil am Weltfang der EU-Fischerei ist im Vergleich doch unbedeutend“ – so die Wortwahl der spanischen Fischereilobby in einer APESCA Pressemitteilung für die EU (vom 20.2.1012). Sieben Prozent Anteil, bei ca. 70 Millionen toten Haien im Jahr, sind trotzdem 4,4 Millionen getötete Haie für den Chinamarkt. Ja, man muss ob der Dreistigkeit und wie unverfroren andere Industrien solche Falschmeldungen und Zahlen in den politischen Ring werfen, erschrecken. Da werden Betriebsräte missbraucht, Arbeitsplätze als Argument in Szene gesetzt oder die Familienehre der Betreibe ausgeschlachtet – alles PR-Kampagnen wie bei Knast-Hähnchen und anderswo. Klar ist dem nicht zu trauen, doch wer wettert denn noch genug dagegen?

Und doch, es gibt sie noch die ultimativen Begriffe. Titanic, Brent Spar, Deepwater Horizon, Fukushima und die Elgin-Plattform etwa – Kehrtwenden in unserem Umgang mit den Meeren, wo die technische Hybris angesichts der potentiellen Katastrophen mal aufhört (hoffentlich). Mit diesen Begriffen kann sich wieder etwas verändern – zum Guten, wenn wir es denn wollen! Und da schließt sich der Kreis, denn wenn wir Begriffe – oder die aktuellen Nachrichtenbilder – nur so als Metaphern als Konsumenten wahrnehmen und nicht ihre Bedeutung hinterfragen, bleiben wir „pitschnaß im Regen“ stehen und sind wohl bald dem Untergang geweiht- wie es der Science Fiction Autor Isaac Asimov vorhergesagt hat.

Aber: In einem klugen und sehr lesenswerten Buch des Philosophen Christoph Quarch („Und Nietzsche lachte“, Kailasch Verlag) wird diese Frage zur Bedeutung des Lebens auch so gewendet: Hinterfrage das sinnentleerende Gefasel, befreie dich von der Fessel des „Weiter so“ und suche, nein entdecke es wieder, das Ja! zur Harmonie für eine bessere Welt.

Und dem stimme ich bei: denn unsere Meere – unsere blaue Lunge und damit Garant für das Überleben des Planeten – brauchen unseren Willen und Schutz dringender denn je. Jeden Tag, mit jedem Quadratmeter Schutzgebiet und mit jedem Verzicht auf Fisch, können wir die Ozeane und unseren Planeten bewahren. Und mit jedem Hinterfragen und aktiver Teilnahme zum Meeresschutz kommen wir unserer Bestimmung zur Harmonie auf dieser Welt einen Schritt weiter.

Folgen Sie uns, und helfen Sie uns dabei.

Herzlichst, aus Hamburg Ihr
Dr. Onno Groß
1. Vorsitzender DEEPWAVE e.V.

Bleiben Sie uns treu und unterstützen Sie uns weiter beim Schutz der Meere. Allen Förderern, Unterstützern und Spendern danken wir ganz herzlich.
http://www.deepwave.org

AKTUELLES:

Unterschreiben Sie bitte unsere Petition zum Schutz der Antarktis:

http://www.antarcticocean.org/de

Mehr zum Schutz der Antarktis und warum Meeresschutzgebiete dort immer noch fehlen lesen Sie unter:
http://www.deepwave.org/presse.html

McPlanet.com: Vortrag Schatzkammer Ozean – Das Meer, die letzte Kolonie?

Mit der zunehmenden Konkurrenz um die knapper werdenden natürlichen Ressourcen geraten auch die Ozeane zunehmend ins Blickfeld politischer und ökonomischer Interessenskonflikte. Tatsächlich schreitet die Industrialisierung der Meere voran und auch die Privatisierung der Ressourcen nimmt zu. Damit gerät der Status der Weltmeere als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ in Gefahr. Und die Zugriffe auf die Schätze der Meere gefährden die Ökologie des blauen Planeten. Obwohl die Ozeane von entscheidender Bedeutung sind, wird ein konsequenter Meeresschutz bis heute vernachlässigt. Der Workshop wird diesen Entwicklungen auf den Grund gehen und will Positionen
am Beispiel der Debatten um den Meeresschutz, das Meer als Gemeingut und als Rohstoffquelle herausarbeiten.

Mehr zur Veranstaltung:
http://www.mcplanet.com/programm/gesamtprogramm/einzelansicht/?tx_attacforms%5BattacList-tt_content-31464%5D%5Bid%5D=1306

Auch zu empfehlen der Workshop „Das Ende vom Fisch“
http://www.mcplanet.com/programm/gesamtprogramm/einzelansicht/?tx_attacforms%5BattacList-tt_content-31464%5D%5Bid%5D=1308

Fisch Dependance Day

Es jährt sich erneut der Tag an dem wir unseren Fisch nur durch Importe decken können…
Mehr dazu hier:

http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/Fish_Dependence_Day_Briefing_Deutsch.pdf

“Tims Fish Fight – Kampagne”

Hiermit laden wir Sie herzlichst zu dem Launch Event von “Tims Fish Fight – Kampagne” am 23. April 2012 zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr in der Scheidemannstrasse ein.

Der populäre Fernsehkoch und Lebensmittelaktivist Tim Mälzer wird symbolisch Rückwurffisch in einem mehrgängigen Menü in Form einer Präsentation kochen. Parallel spricht er über die Rückwurfproblematik. Die gekochten Speisen werden den geladenen Parlamentariern und Beteiligten zur Verkostung angeboten.

Ausserdem wird Tim verschiedene Abgeordnete zum Dialog über die Fischereipolitik auffordern. „Fish Fight“ ist ein preisgekrönter Dokumentarfilm und eine Kampagne, die gegen die Verschwendung von Fisch im Fischereigewerbe durch Rückwürfe kämpft. Jedes Jahr werden in Europa etwa eine Million Tonnen Fisch tot zurück in die See geworfen. Die Initiative will die Einführung eines Rückwurfverbots im Rahmen der Reform der EU-Fischereipolitik erwirken. In Großbritannien hat sie bereits mehr als 780 000 Stimmen für eine Petition online gesammelt (http://www.fishfight.net/) Die Kampagne beginnt nun auch auf Europas Festland große Wellen zu schlagen. “Fish Fight” plant zeitnah zu der Aktion vor dem Bundestag, weitere Aktionen in Warschau, Paris & Madrid.

Für mehr Informationen unserer Kampagne gehen Sie bitte auf die Webseite http://www.fishfight.de.

Wir würden uns über Ihr Erscheinen sehr freuen. Bitte bestätigen Sie Ihre
Teilnahme und teilen Sie uns mit, zu welchem ungefähren Zeitpunkt wir mit Ihrem Kommen rechnen können.
https://www.facebook.com/events/352937771419632/

Vorschau:

Mai 2012

Anfang Mai übergeben wir an Ministerin Aigner all die gesammelten Unterschriften zum Schutz der Haie…
Siehe http://europeansharkweek.elasmo.de/

Mitte Mai in Hamburg „Meer Erleben“
… eine Marum-Ausstellung zum Schutz der Meere im Alstertal Einkaufszentrum.

Außerdem: Abschlussveranstaltung der Küstenschule Gymnasium Hochrad…

Juni 2012

8.6. Weltozeantag, ja der kommt wieder am 8. Juni 2012, und wir werden spannende Aktionen veranstalten…

15.6 München: SOS – Save our Seas
One Earth – One Ocean e. V. lädt nach München zur Tagung zum Thema Plastikmüll im Ozean..
Mehr Infos unterwww.oneearth-oneocean.com

Nachruf

Mit tiefer Anteilnahme müssen wir leider das Dahinscheiden unseres langjährigen DEEPWAVE- Vorstandsmitglieds und Schriftführers Kai Sasse zum März 2012 vermelden, der nach sehr schneller und heftiger Krankheit nun von uns gegangen ist. Kai war stets für den Meeresschutz aktiv bemüht und seine Ideen, die uns nun fehlen werden, bleiben noch lange bei uns und werden ins unserem Team lange weiter leben. Allen nahen Freunden von Kai wünschen wir Zuversicht und Trost in dieser schwierigen Zeit. Näheres zum Beisetzungstermin erfahren Sie unter info@deepwave.org

Besonderen Tipp:
Besuchen Sie die Tiefsee-Ausstellung in Rosenheim!
Nicht nur der Katalog ist erstklassig!
Mehr unter http://www.lokschuppen.de

Weitere aktuelle Termine finden Sie auch unter
http://deepwave.blog.de/?tag=veranstaltung

Zeigen Sie Ihr Gewissen für die Meere und machen Sie Werbung für den Ozeanschutz – Wir benötigen Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie bitte die Arbeit der Organisation DEEPWAVE e. V
So können Sie etwas für unsere Meere und Gewässer tun
Spendenkonto: Deepwave e.V.
Konto: 1208 116 713
Hamburger Sparkasse, BLZ: 20050550

Als gemeinnütziger Verein sind Spenden an DEEPWAVE e.V. voll steuerlich abzugsfähig und Sie erhalten von uns eine Spendenbescheinigung.
Wenn sie unsren Newsletter nicht mehr empfangen möchten, senden Sie bitte eine Mail an newsletter@deepwave.org

Impressum
++ Herausgeber ++
DEEPWAVE e.V.
Bei den Mühren 69a
20457 Hamburg
http://www.deepwave.org

++ V.i.S.d.P. ++
Dr. Onno Groß
1. Vorsitzender

++ An- und Abmeldung ++
Sie können den Newsletter abmelden,
wenn Sie eine E-Mail schreiben: newsletter@deepwave.org.
++ Copyright ++
Alle Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
(c) DEEPWAVE e.V.

Ein Gedanke zu „DEEPWAVE Newsletter April 2012

  1. DEEPWAVE Newsletter April 2012 in English!

    Under the New Year’s sky
    The ocean lies
    And is still…
    (Hekigodo)

    (Haiku = “make something with me, the Haiku says – or play with me…”
    From: dtv publisher – Haiku – Japanese poems)

    Dear friends of the sea,
    Dear friends and supporters of DEEPWAVE !

    70% of the earth’s surface is covered with water, but thanks to satellites we know more about the dark side of the moon than we do about the deep-sea. Since 1960 only three people have explored the deepest-sea trench – including James Cameron, director of the film ‘Titanic’, who ventured down there on his own just this March 2012. “Understanding the ocean in relation to climate change is nearly impossible”, was the prevailing opinion – until the ice data and the IPCC climate council revealed more regarding man-made climate change.

    Well, it seems we need to revaluate our methods of communication and the spread of knowledge. This begs the question as to whether our common vocabulary is adequate in describing current changes in the oceans. Although a picture can say a thousand words – even more so in our times of fast communication via social networks – I am unsure whether the seriousness of urgent messages is properly conveyed.

    On the one hand, we have the shocking pictures of dozens of turtles on fishing line lures – a reminder of our brutal and savage global fishing methods. How quiet will an ocean without turtles and whales feel? On the other hand, I am reading overlong reports by political think tanks on the forthcoming Rio-plus-20 conference. Is there a bureaucratese that wishes to obscure matters? Are they chasing an enemy where no-one is responsible? Or are they creating hopes that no-one will adhere to?

    “Waling area?” “Bombing area?” What does one call the seismic search for raw oil in marine nature reserves? Similar to military exercise areas ashore? You can read our collective statement against the industrial methods used in the search for raw oil in conservation areas, on our website. Which word describes this brutally noisy activity which will probably kill many common porpoises? Send us your suggestions and you have the chance to win a copy of our mangrove documentary on DVD!

    “Shark finning leads to scientific data!” or “The European Union’s share of 7% of global fishing is not much more than nothing.” – this being the view of the Spanish fishing lobby, stated in an APESCA press release for the EU (February 2nd, 2012). Seven percent of approximately 70 million dead sharks per year are still 4.4 million killed sharks for the Chinese market. It is alarming how audaciously some industries publish this kind of data together with false reports. Workers’ councils are abused, jobs are brought forward as an argument and the family honour of companies is exploited. PR campaigns no-one could or should believe. But who, with a loud voice protests against these measures?

    But still there are those defining terms: just think of the Titanic, Brent Spar, Deepwater Horizon, Fukushima, the Elgin platform. Facing disaster may cause an about-turn in our handling of the oceans. These terms may result in positive action..

    And here we come to full c irc le. When terms or pictures are just metaphors for the consumers and their meaning is not questioned, we are doomed.
    However: A clever and readable book by the philosopher Christoph Quarch faces the question on the meaning of life in this way: Question the senseless drivel, free yourself of the ties of “Keep it up!” and search, no, discover it again, the “Yes!” to harmony and a better world.

    And I agree: Because our oceans – our blue lungs and therefore the guarantor for the planet’s survival – need our volition and protection more than ever. Each and every day, with each square meter of conservation areas, and by refusing fish dishes, we can save the oceans and our planet. And with each time we actively participate in ocean conservation we get one step closer to our destination of harmony on this planet.

    Sincerely yours,
    Dr. Onno Groß
    1st chairman DEEPWAVE

    Remain loyal to us and keep on supporting the protection of the oceans. Warm thanks to all our sponsors, supporters and donors.

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