Reform der Fischereipolitik – Europaabgeordnete stimmen für mehr Nachhaltigkeit

Reform der Fischereipolitik
Europaabgeordnete stimmen für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinsamen Fischereipolitik

Präambel: Wir von DEEPWAVE haben uns intensiv mit der Ocean2012-Allianz für eine neue und nachhaltige Fischereipolitik stark gemacht. Nun hat der EU-Parlamentsausschuß dem überwiegend zugestimmt. Jetzt geht es in das Plenum und dann in den Minsterrat. Ein guter Tag für die Fische.

Pressemitteilung der EU-Grünen: Reform der Fischereipolitik
Europaabgeordnete stimmen für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinsamen Fischereipolitik

Die heutige Abstimmung im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) ist ein wichtiger Schritt im Gesetzgebungsprozess und sendet ein starkes Signal an den Fischereirat, der Ende der Woche tagt. Die Grünen haben sich sehr für eine grundlegende Reform der GFP eingesetzt und sind erfreut darüber, dass sich der Ausschuss für nachhaltige Fangquoten ab 2015 und für ein Rückwurfverbot ausgesprochen hat.

Die Abstimmung kommentiert Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA und Mitglied im Fischereiausschuss:

„Die Mehrheit der Abgeordneten im Fischereiausschuss hat sich heute für eine nachhaltigere EU Fischereipolitik ausgesprochen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um einer zerstörerischen, unwirtschaftlichen und auf Überfischung basierenden EU Fischereipolitik ein Ende zu setzen. In einem sehr konservativ geprägten Ausschuss macht diese Abstimmung auch Hoffnung, dass eine grundlegende Reform der Fischereipolitik möglich ist.

Die Abgeordneten haben sich für nachhaltige Fangquoten ab 2015 ausgesprochen: bis 2020 sollen die Gesamtfangmengen den höchstmöglichen Dauerertrag gewährleisten. Nach 30 Jahren Überfischung und zu hoher Quotensetzung ist es unabdinglich, nun endlich wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen und die Überfischung unserer Meere zu beenden. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte zudem für ein Rückwurfverbot für alle gefangenen Fische.

Die heutige Abstimmung sendet auch ein starkes Signal an die Fischereiminister, die sich noch diese Woche treffen, um die Fangquoten für 2013 festzulegen. Die Fischereiminister sollten den endlich eingeschlagenen Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen, bestandserhaltenden Fischerei anerkennen und Quoten festsetzen, mit denen Fischbestände sich nicht erst ab 2015, sondern schon jetzt erholen können.“

http://www.greens-efa.eu/reform-der-fischereipolitik-8884.html

Weitere Informationen:

http://www.pewenvironment.org/news-room/other-resources/european-parliament-shows-leadership-on-common-fisheries-policy-85899437538

Ein Gedanke zu „Reform der Fischereipolitik – Europaabgeordnete stimmen für mehr Nachhaltigkeit

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    Deutsche Umwelthilfe und OCEAN2012 begrüßen Ergebnisse der gestrigen Abstimmung (18.12.2012) zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik und fordern eine Festlegung nachhaltiger Fangquoten bei den heutigen Verhandlungen im EU-Ministerrat – Gefasste Beschlüsse dürfen bei der weiteren Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments nicht verwässert werden – Ziel müssen nachhaltige und größere Bestände sein, nicht kurzfristige Profitinteressen

    Berlin, 19. Dezember 2012: Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat sich gestern (18.12.2012) für ein schnellstmögliches Ende der Überfischung in Europa ausgesprochen. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), die in Deutschland die europaweite OCEAN2012-Allianz vertritt, begrüßte den Ausgang der Abstimmung über die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Gleichzeitig forderte sie Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und die anderen Regierungsvertreter im EU-Ministerrat auf, bei der heute anstehenden Entscheidung über die Fangquoten für Atlantik und Nordsee für das Jahr 2013 wissenschaftlich empfohlene und nachhaltige Fangmengen zu beschließen.

    Mit dem vorliegenden Kompromiss der deutschen Berichterstatterin Ulrike Rodust (SPD) verpflichtet sich die EU rechtlich dazu, Fangmöglichkeiten für alle europäischen Fischbestände ab 2015 nur noch innerhalb nachhaltiger Grenzen festzulegen. Ziel ist es, bis 2020 alle Bestände auf ein nachhaltiges Niveau wachsen zu lassen mit Größen oberhalb des sogenannten „höchstmöglichen Dauerertrags“. Das Europäische Parlament kann zum ersten Mal nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags über eine Neuausrichtung der europäischen Fischerei mitbestimmen. Die DUH appellierte an das Plenum, das bis spätestens März 2013 über den Bericht zur GFP-Reform entscheidet, die gestern gefassten Beschlüsse mitzutragen und nicht durch kurzfristige Profitinteressen zu verwässern. Das Europäische Parlament tritt im kommenden Jahr mit dem EU-Ministerrat in Verhandlungen über die GFP-Reform.

    „Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat eine zukunftsorientierte Reform der europäischen Fischereipolitik wesentlich vorangetrieben, indem er die Gesundung der Bestände zu nachhaltigen Größen als Hauptziel der künftigen GFP mit einem festen Zieldatum versehen hat“, erklärt Nina Wolff, Fischereiexpertin der Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin der europaweiten OCEAN2012-Allianz in Deutschland. Auch dass die EU-Mitgliedstaaten Überkapazitäten in ihren Flotten künftig erfassen und abbauen müssen und Fördermittel auf Mitgliedstaaten und Fischereibetreiber beschränkt werden, die ihre Fangkapazitäten an vorhandene Fangmöglichkeiten anpassen, sei als positiv zu bewerten.

    Die Entscheidung über die GFP-Reform erfolgte nur einen Tag vor der Abstimmung des EU-Ministerrats über die Fangquoten für Atlantik und Nordsee für das Jahr 2013. Der zur Abstimmung stehende Vorschlag der EU-Kommission sieht Quotenkürzungen bei 47 Fischbeständen vor, um mittelfristig das Ziel größerer und nachhaltiger Bestände zu erreichen.

    „Der Fischereiausschuss hat gestern ein wichtiges Signal zur Beendigung von 30 Jahren Misswirtschaft in der europäischen Fischereipolitik ausgesendet“, erklärt Nina Wolff. „Die Regierungsvertreter im Ministerrat, darunter Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, sollten nun dem breiten Wunsch der europäischen Bevölkerung nach einem Ende der Überfischung nachkommen und die wissenschaftlich empfohlenen nachhaltigen Fangmengen einhalten.“

    Mehr zur EU-Entscheidung über die Fangquoten für 2013 im Atlantik und in der Nordsee im DUH-Hintergrundpapier „Weniger ist Meer!“, http://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Meeresschutz/Meeresschutz_Hintergrundpapier_4S.pdf

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