Durchbruch in Bangkok – CITES beschließt verbesserten Schutz für Haie und Rochen

Durchbruch in Bangkok – CITES beschließt verbesserten Schutz für Haie und Rochen

Weisser Rauch für die Haie – CITES beschließt verstärkten Schutz Durchbruch unter Führung der EU

Bangkok, 14. März 2013: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna, CITES) hat heute in einer dramatischen Plenarsitzung Handelsbeschränkungen für fünf Haiarten und zwei Arten von Teufelsrochen beschlossen. Endlich fand bei der 16. Vertragsstaatenkonferenz (VSK) der Antrag auf Aufnahme des Heringshais in den Anhang II des Übereinkommens die erforderliche Mehrheit. Der als Speisefisch begehrte Heringshai ist auch in europäischen Gewässern heimisch. Endlich konnte zudem das „Uplisting“ von Leichhardts Sägerochen von Anhang II auf Anhang I durchgesetzt werden, wodurch künftig jeglicher kommerzieller internationaler Handel mit dieser Art untersagt ist.

„Das ist ein enormer Erfolg, in dem sich langjährige Bemühungen um Handelsbeschränkungen für diese wertvollen Arten widerspiegeln,“ so Ali Hood, Director of Conservation beim Shark Trust. „Nun stehen die Vertragsstaaten vor der Herausforderung, dieses Ergebnis auch umzusetzen. Wir fordern die EU daher dringend auf, auf weniger entwickelte Staaten zuzugehen und sie beim Kapazitätsaufbau und der praktischen Umsetzung zu unterstützen.“ Irland, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, hielt die EU-Mitgliedstaaten erfolgreich auf Kurs und sorgte dafür, dass alle 27 sowie Kroatien für diese Anträge stimmten. Die EU hatte auf deutsche Initiative den Antrag auf Aufnahme des Heringshais eingebracht. Zudem hatte sie den Antrag zugunsten des Hammerhais miteingebracht. „Fortschritte beim Meeresartenschutz waren für die EU die Hauptpriorität. Über die heute hier erzielten Fortschritte sind wir hoch erfreut,“ sagte der irische Delegationsleiter Feargal Ó Coigligh.

„Ich freue mich sehr, dass der Heringshai, drei Hammerhai-Arten, der Hochsee-Weißflossenhai und die Teufelsrochen nun alle stärker durch CITES geschützt werden,“ meinte der britische Umweltminister Richard Benyon. „Die britische Regierung hat sich maßgeblich für den besseren Schutz von Haien eingesetzt und ich bin der festen Ansicht, dass ein nachhaltiger Handel mit diesen stark gefährdeten Arten nur durch Regulierung erreicht werden kann. Daher begrüße ich diese positiven Schritte durch CITES.“
Die Leiterin der Deutschen CITES-Delegation, Elsa Nickel, sagte: „Deutschland war fest entschlossen, ein positives Ergebnis für den Heringshai zu erzielen, dessen Aufnahme in Anhang II wir auf den
letzten drei Vertragsstaatenkonferenzen durchgängig gefordert haben. Dieser Durchbruch – die Listung von wirtschaftlich genutzten Haiarten unter CITES – hat vierzig Jahre auf sich warten lassen.“

Der Shark Trust und die Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft arbeiteten bei der Vertragsstaatenkonferenz im Rahmen eines größeren Zusammenschlusses entsprechender Organisationen* zusammen, der sich bei Regierungsdelegationen und in der NGO-Community für den Schutz dieser Arten einsetzte. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Elasmobranchier-Gesellschaft, Heike Zidowitz, kommentierte das Ergebnis wie folgt: „Wir gratulieren allen Staaten, die sich für dieses Ergebnis eingesetzt haben, unterstreichen aber auch, dass für diese und viele andere Hai- und Rochenarten weitere Managementmaßnahmen erforderlich sind. Wir fordern die EU dringend auf, ihren Einfluss in den Regionalen Organisationen für das Fischereimanagement zu nutzen, um die Listungen bei CITES durch die Einführung effektiver Fangbeschränkungen zu ergänzen.“

Die bei CITES beschlossenen Maßnahmen werden nicht sofort wirksam. Vielmehr wurde eine 18-monatige Übergangsfrist bis zur Umsetzung beschlossen, um den Staaten die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur zu ermöglichen.

Anmerkung:
Der Shark Trust wurde 1997 in Großbritannien als gemeinnützige Organisation gegründet und fördert den weltweiten Schutz der Haie durch Wissenschaft, Bildung, Interessenvertretung und konkrete Aktionen. Unsere Vision ist die einer Welt, in der Haie weltweit in einem gesunden Meeresökosystem gedeihen können. Der Trust ist ein effektiver und angesehener Fürsprecher des fundierten Haimanagements und -schutzes. In seiner Zusammenarbeit mit anderen Akteuren verfolgt er einen Querschnittsansatz und wirkt wo möglich mit Regierungen, der Industrie und anderen Stakeholder-Gruppen zusammen, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Die Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft (D.E.G.) wurde 1995 als Bindeglied zwischen Wissenschaft und der am Schutz von Haien, Rochen und Chimären (Knorpelfische, Elasmobranchier) interessierten Öffentlichkeit gegründet. Sie verfolgt einen streng wissenschaftsbasierten Schutzansatz. Ihr Ziel ist der Schutz und die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung dieser Arten. Sie engagiert sich dabei besonders auf politischer Ebene, sowohl in Deutschland als auch in Europa und darüber hinaus, für den Schutz dieser Tiergruppe.

*CITES Coalition: Die Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft, Humane Society International, Project AWARE, Shark Advocates International, Shark Trust und Wildlife Conservation Society unterstützen
mit Unterstützung von Oceans 5 als Koalition gemeinsam die Anträge auf Listung der Hai- und Rochenarten bei der 16. CITES-Vertragsstaatenkonferenz.

Die Flossen der Hammerhaie und des Hochsee-Weißflossenhais sind in Asien als Hauptzutat der Haifsichflossensuppe sehr begehrt. Das Fleisch des Heringshais ist vor allem in Europa sehr beliebt.

Die Kiemen der Teufelsrochen zählen zusammen mit Haifischflossen zu den wertvollsten Fischereiressourcen weltweit.

Weitere Informationen sowie Factsheets zu den einzelnen Arten finden Sie unter:
http://www.sharktrust.org and http://www.elasmo.de

Ein Gedanke zu „Durchbruch in Bangkok – CITES beschließt verbesserten Schutz für Haie und Rochen

  1. from Cites press release:

    Sharks and manta rays
    The meeting reached a climax today after an attempt to reopen the debate on these species in the closing Plenary was narrowly defeated. The Parties confirmed a decision made by one of the Conference’s Committees earlier in the week to include five commercially valuable shark species in Appendix II. The oceanic whitetip (Carcharhinus longimanus), scalloped hammerhead (Sphyrma lewini), great hammerhead shark (Sphyrna mokarran), smooth hammerhead shark (Sphyrna zigaena) and the porbeagle shark (Lamna nasus) are harvested in huge numbers for their valuable fins and, in some cases, meat. From now onwards, they will have to be traded with CITES permits and evidence will have to be provided that they are harvested sustainably and legally. These listings mark a milestone in the involvement of CITES in marine species.

    In the Committee meeting, the oceanic whitetip shark (proposal 42) had been adopted by 92 votes in favour, 42 against and 8 abstentions after a secret ballot. Colombia introduced the proposal, supported immediately by co-proponents Brazil and the United States of America. Those against the listing argued that regional fisheries management organisations (RFMOs) were best placed to tackle the decline in shark stocks.

    Brazil then submitted proposal 43 to list three species of hammerhead sharks. The scalloped hammerhead shark occurs widely in coastal warm temperate and tropical seas and is exploited extensively for its fins. The proponents highlighted the significant declines in the population of the species that have been reported in many areas, and it emphasized the importance of the outcomes of the Rio+20 summit last year for better protection of marine species. Two other species of hammerhead sharks (the great hammerhead and smooth hammerhead) have similar fins that are hard to distinguish in trade, and the proponents, recommended that these too be subject to CITES trade controls. The proposal was adopted by secret ballot with 91 votes in favour, 39 against and 9 abstentions.

    After two unsuccessful attempts at previous CITES Conference meetings, the proposal to list the porbeagle shark (proposal 44) was also adopted by secret ballot with 93 votes in favour, 39 against and 8 abstentions. Ireland, on behalf of the European Union Member States and Croatia, presented the proposal and announced an implementation package of EUR 1.2 million to assist developing countries in the implementation of the listing of this and other marine species. The proponents welcomed the impressive alliance of countries co-sponsoring the proposal and argued that requiring CITES export permits will ensure that international markets are supplied by fish from sustainably managed fisheries that keep accurate records. This species has experienced severe population declines, notably in the northern Atlantic ocean and the Mediterranean, owing to unsustainable fishing for its high-value meat and fins.

    Ecuador introduced proposal 46 for the inclusion of manta ray species in Appendix II. The proposal was adopted, again by secret ballot, with 96 votes in favour, 23 against and 7 abstentions. Manta rays are slow-growing, large-bodied migratory animals with small, highly fragmented populations. They have among the lowest reproductive rates of any marine animals, with females giving birth to only one pup every two to three years, making them extremely vulnerable to overexploitation. Most known populations are small in size, although there is an exceptional population of one species in the Maldives, estimated at 5,000 or more. Manta gill plates fetch high prices in international markets and have been traded in significant numbers in recent years.

    http://www.cites.org/eng/news/pr/2013/20130314_cop16.php

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