Ökoschuldentag – Earth Overshoot Day 2014

Ökoschuldentag – Earth Overshoot Day 2014
Der Tag, an dem unser Okologischer Fussabdruck unsere jahrlich erneurbaren Ressourcen übersteigt

In weniger als acht Monaten hat die Menschheit das gesamte Budget an erneuerbaren Ressourcen für das Jahr 2014 aufgebraucht. Die Menschheit lebt jetzt auf ökologischen Pump laut Daten von Global Footprint Network, einem internationalen Think-Tank zum Thema Nachhaltigkeit mit Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien.

Global Footprint Network berechnet und vergleicht die Inanspruchnahme des Planeten durch die Menschheit („Ökologischer Fußabdruck“) mit Biokapazität, der Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen, wie Kohlenstoffdioxid. Der Earth Overshoot Day (“Ökoschuldentag”) wird an jeweils dem Tag im Jahr begangen, an dem der Ökologische Fußabdruck der Menschheit unsere jährlich erneuerbaren Ressourcen übersteigt. Global Footprint Networks Berechnungen zeigen, dass seit dem Jahr 2000 die Ökoschulden (“Overshoot”) kontinuierlich gewachsen sind. Folglich findet Earth Overshoot Day immer früher im Kalenderjahr statt – im Jahr 2000 am 1. Oktober, dieses Jahr bereits am 19. August.

„Der ‚Global Overshoot‘ (globale Öko-Verschuldung) wird immer mehr zu einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Es ist ein ökologisches und ökonomisches Problem gleichermaßen,“ so Mathis Wackernagel, Präsident von Global Footprint Network und Miterfinder des Ökologischen Fußabdruck –Konzeptes (Englisch Ecological Footprint), ein Buchhaltungssystem, dass die Bestände der natürlichen Ressourcen erhebt und bewertet. „Länder mit Ressourcendefiziten und niedrigem Pro-Kopf-Einkommen sind besonders betroffen. Aber auch Länder mit hohem Einkommen, die in der finanziellen Lage sind, sich vor den unmittelbaren Auswirkungen der Ressourcenabhängigkeit zu schützen, müssen sich darüber klar werden, dass eine langfristige Lösung diese Ressourcenabhängigkeit angehen muss, bevor sich diese zu einer größer werdenden wirtschaftlichen Belastung entwickeln kann.“

Noch 1961 hat die Menschheit etwa dreiviertel der Kapazität genutzt, über die die Erde verfügt, um Nahrungsmittel, Forst- und Faserprodukte, sowie Fischbestände zu erneuern und Treibhausgase zu binden. Die meisten Länder hatten mehr Biokapazität zur Verfügung als sie in Form von Resourcen (Footprint) beanspruchten. In den frühen 1970er Jahren hatte das weltweite Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum den Ecological Footprint der Menschheit jenseits dessen was unser Planet nachhaltig erneuern konnte, anwachsen lassen. Dies war der Beginn der Überschreitung der ökologischen Grenzen.

Mittlerweile leben 86 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, die mehr erneuerbare Ressourcen beanspruchen, als deren eigene Ökosystem erneuern können. Global Footprint Networks Berechungen zufolge bedarf es 1,5 Planeten um die erneuerbaren Resourcen zu produzieren und den momentan Ressourcenverbrauch der Menschheit zu ermöglichen. Moderate Bevölkerungs-, Energie- und Nahrungsmittelprognosen legen nahe, dass die Menschheit die Biokapazität von drei Planeten bereits vor 2050 benötigen könnte. Die dafür benötigten Ressourcen könnten jedoch nicht zur Verfügung stehen.

Die Kosten der ökologischen Budgetüberschreitung werden täglich mehr und mehr ersichtlich. Die Extrakosten in Form von Entwaldung, Trinkwassermangel, Erosion, Verlust an Artenvielfalt sowie die Anreicherung von CO2 in unserer Atmosphäre, die wir für diese wachsenden Ökoschulden bezahlen, verursachen auch steigende menschliche und wirtschaftliche Verluste.

Regierungen, die knapper werdende Ressourcen nicht bei politischen Entscheidungen berücksichtigen, könnten so die eigene wirtschaftliche Entwicklung gefährden. In Zeiten von ständiger Ressourcenüberbeanspruchung werden die Länder mit Biokapazitätsdefiziten, die ihre Ressourcenabhängikeit reduzieren, erkennen, dass dies im Eigeninteresse ihres Landes ist. Dagegen werden Länder, die über eine Biokapazitätsreserve verfügen, einen Anreiz haben, diese ökologischen Vermögenswerte als wachsenden Wettbewerbsvorteil in einer Welt von verschärften ökologischen Rahmenbedingungen zu sehen.

Eine wachsende Zahl an Länder hat dies erkannt und ergreift eine Vielzahl an Maßnahmen.

Die Philippinen, als erstes Land in Südostasien, befinden Sie auf dem Weg, den Ökologischen Fußabdruck auf höchster politischer Ebene in die Gesetzgebung festzuschreiben – in dem Nationalen Raumplanungsgesetz. Diese Richtlinie ist die Erste dieser Art in den Philippinen, und soll das Land vor willkürlicher Bebauung schützen und bei der Planung der Ressourcennutzung und dem Ressourcenmanagement von Nutzen sein. Die Gesetzgeber wollen den Ökologischen Fußabdruck in diese Richtlinie integrieren, um so Ressourcenknappheit zu einem entscheidenden Gesichtspunkt bei der Entscheidungsfindung zu machen.

Die finanzstarken Vereinigten Arabischen Emirate haben die Absicht, ihren Pro-Kopf Ecological Footprint — einer der größten weltweit — deutlich zu verringern, angefangen mit den Co2-Emissionen. Dies ist das Ziel der Beleuchtungsrichtlinie für Energieeffizienz welche vorsieht, dass nur energieeffiziente Innenbeleuchtungsprodukte in allen Emiraten bis zum Ende des Jahres erhältlich sind.

Marokko zeigt sich interessiert an einer Zusammenarbeit mit Global Footprint Network, um eine Analyse seiner 15-Jahr-Strategie für Nachhaltige Entwicklung im Bereich der Landwirtschaft – ‘Plan Maroc Vert‘ – mit Hilfe des Ökologischen Fußabdrucks durchzuführen. Marokko ist bestrebt zu untersuchen wie der Plan zur Nachhaltigkeit des Landwirtschaftssektors und einem landesweiten Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft beiträgt.

Unabhängig von länderspezifischen Umständen zeugt die Berücksichtigung von ökologischen Risiken bei der wirtschaftlichen Gestaltung und Entwicklung des Landes nicht nur von Weitblick — es ist zu einer Notwendigkeit geworden.

Berechnen Sie Ihren Ökologischen Fußabdruck hier und finden Sie heraus, wie Sie diesen verringern können:
http://www.footprintnetwork.org/calculator

To learn more about Global Footprint Network please go to http://www.myprgenie.com/company/profile/global-footprint-network.

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