BaltCoast: Neues Ostsee-Projekt entwickelt Ansätze zwischen Nutzung und Schutz

BaltCoast: Neues Ostsee-Projekt entwickelt Ansätze zwischen Nutzung und Schutz

Projektkonsortium mit Partnern aus sieben Ostseeanrainerstaaten widmet sich neuen Handlungsstrategien für Politik und Behörden. Ein erstes Treffen der Projektpartner findet vom 12. bis 15. April im IOW statt.

Die Ostsee gehört zu den am intensivsten genutzten Küstenmeeren der Welt. Damit diese Nutzung nachhaltig gestaltet werden kann und ihr nicht wertvolle System-Eigenschaften zum Opfer fallen, ist ein Abwägen zwischen Nutzung und Schutz auf der Basis wissenschaftlicher Expertise dringend erforderlich. In diesem Spannungsfeld ist das BaltCoast Projekt und sein interdisziplinärer Systemansatz angesiedelt. Ziel ist die Schaffung von benutzerfreundlichen und praxisrelevanten Methoden und Werkzeugen, die es erlauben, wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Prozesse systematisch in das komplexe Management von Küstenräumen einfließen zu lassen.

Neue Probleme, Herausforderungen und Aktivitäten in der Küstenzone sollen so interdisziplinärer als bisher bearbeitet werden können. Dieser Systemansatz wird in verschiedenen Fallregionen am Beispiel unterschiedlicher Managementthemen und -prozesse getestet. Alle Fallstudien werden den vollen Systemansatz durchlaufen, um diesen in seiner Eignung als Werkzeug für die Umsetzung nationaler und internationaler Küsten- und Meerespolitik zu testen und fortzuentwickeln. Die deutsche Fallstudie im Oderhaff befasst sich mit der Etablierung von Muschelfarmen zur Verbesserung der Wassertransparenz und zur Nährstoffbindung und -rückgewinnung.

Das Projekt ist auf die Dauer von drei Jahren angelegt und hat ein Finanzvolumen von 3 Mio. Euro. Die Koordination liegt beim Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (PD Dr. Gerald Schernewski, Arbeitsgruppe Küsten- und Meeresmanagement der Sektion Biologische Meereskunde). Die Partnerinstitute des BaltCoast-Projektes sind neben dem IOW: DTU Aqua, Dänemark, Marine Science and Technology Center Klaipeda University, Litauen, Institute of Ecology, Tallinn University, Estland, UNESCO Chair in Sustainable Coastal Development, University of Latvia, Institute of Hydroengineering, Gdansk, Polen, Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala, Schweden.

BaltCoast ist eines von acht Forschungsprojekten, die ab dem 1. April 2015 im Rahmen des BONUS Programms – einem Förderprogramm für Ostseeforschung und – entwicklung finanziert werden. Die Mittel für diese Förderung werden von den jeweiligen Ostseeanrainerstaaten (in Deutschland vom BMBF) und von der Europäischen Kommission bereit gestellt.

Kontakt:
PD Dr. Gerald Schernewski, IOW, Arbeitsgruppe Küsten- und Meeresmanagement der Sektion Biologische Meereskunde, Tel.: 0381 5197 207, gerald.schernewski@io-warnemuende.de

Dr. Barbara Hentzsch, Pressesprecherin des IOW, Tel.: 0381 5197 102, barbara.hentzsch@io-warnemuende.de

Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 89 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 17.200 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 8.200 WissenschaftlerInnen, davon wiederum 3.300 NachwuchswissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,5 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 330 Mio. Euro pro Jahr. (www.leibniz-gemeinschaft.de)

https://idw-online.de/de/news628844

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