Die Eroberung der Weltmeere – Und die Macht der Wissenschaft

Kontrolle des Korallenwachstums um Barlasu Island, Japan © Werwiewas Medien/Robert Cöllen
Kontrolle des Korallenwachstums um Barlasu Island, Japan © Werwiewas Medien/Robert Cöllen

TV-Tipp Thema: Meer entdecken! | arte Monopoly der Weltmeere

Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Küstenstaaten beanspruchten allenfalls einen schmalen Uferstreifen. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert: Das Staatsgebiet endet nun nicht mehr am Ufer eines Meeres, sondern geht unter Wasser weiter.

Es ist vergleichbar mit der Geschichte Afrikas, als die Kolonialmächte den Kontinent aufteilten. Statt militärischen, werden heute wissenschaftliche Begründungen herangezogen: „Festlandsockel“ lautet das Zauberwort für das Neuland unter Wasser und gelangte fast unbemerkt als Zusatzartikel in das Internationale Seerecht. Seit der Ratifizierung in den 90er Jahren setzen nun Küstenstaaten alles daran, einen möglichst großen Festlandsockel nachzuweisen. Denn je größer der Sockel, desto größer das dazugehörige Meeresgebiet.

Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Nicht nur Konflikte über konkurrierende Gebietsansprüche zwischen den Staaten sind an der Tagesordnung. Auch kann niemand abschätzen, welche ökologischen Folgen es haben wird, wenn die Staaten in „ihre“ Tiefsee vorrücken, um Rohstoffe aus dem Meeresboden zu gewinnen. Das Problem: Der Festlandsockel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, nur Wissenschaftler können ihn bestimmen. So könnten mehr als 50 Prozent unserer Meere unter staatliche Hoheit fallen.

Die Recherche für diese Produktion dauerte mehrere Jahre. Da die sehr diskret arbeitende Festlandsockelkommission zu keiner offiziellen Stellungnahme bereit war, mussten die Filmemacher verschlungene Wege gehen, um Experten vor die Kamera zu bekommen.

Nach „Der Fluch der Meere – Plastik“ (2012) und „Natur unter Beschuss“ (2013) lenken die Autoren mit diesem Film die Aufmerksamkeit auf einen weiteren Skandal um die Weltmeere: ihre Besitznahme. „Die Einverleibung riesiger Ozeangebiete hat sich ohne große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vollzogen und läuft extrem intransparent. Kaum einer versteht, was da vor sich geht. Angesichts der ökologischen Fragilität wird es nun entscheidend sein, wie sich die Küstenstaaten verhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie gefährlich ihre politischen und ökonomischen Interessen den Weltmeeren werden können.“

ARTE  strahlt die Dokumentation „Die Eroberung der Weltmeere – Und die Macht der Wissenschaft“ am  04. juni 2016 um 18.00 Uhr im Rahmen des ganztägigen Programmschwerpunkts „Meer entdecken!“ zum Welttag der Ozeane aus.

Meer entdecken!

http://future.arte.tv/de/meer-entdecken

Meer entdecken! heißt es bei ARTE im Juni – nicht nur im TV-Programm, sondern auch online bei ARTE Future: Hier startet zur Ausstrahlung des Programmschwerpunkts eine Reihe von vier Webdokumentationen, die Fragen und Probleme, aber auch viel Wissenswertes zu unseren sieben Weltmeeren in den Fokus rücken. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten wird diese Serie umfassend und fortlaufend aktualisiert und über unsere Weltmeere informieren.

Den Auftakt bildet im Juni die erste Webdoku «Monopoly der Weltmeere», die in Anlehnung an die Wissenschafts-Dokumentationen «Goldrausch im Pazifik» und «Die Eroberung der Weltmeere» die Fragen nach den staatlichen Ansprüchen auf immer größere Teile der Ozeane und der Ausbeutung ihrer Bodenschätze beleuchtet. Mit Hilfe von Experteninterviews, Filmclips und Animationen werden die User zum Nachdenken und Mitmachen angeregt. Fortgesetzt wird die Reihe mit der Webdoku «Mikroplastik in den Ozeanen» im September.

ARTE und das Wissenschaftsjahr 2016*17

Das interaktive Online-Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsjahr 2016*17, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BmBF), das von Juni 2016 bis September 2017 die vielfältigen Disziplinen und Anstrengungen der Meereswissenschaft in den öffentlichen Fokus rückt. ARTE und das Wissenschaftsjahr 2016*17 zeigen, was wir tun können und müssen, um die Meere und Ozeane für uns und künftige Generationen zu bewahren und nachhaltig nutzen zu können.

Meer entdecken! – Programmschwerpunkt zum Welttag der Ozeane

Samstag, 4. Juni 2016

Anlässlich des Welttags der Meere am 8. Juni taucht ARTE am 4. Juni den ganzen Tag über mit Meeresforschern und Biologen ein in die faszinierende Welt unserer Ozeane, dem größten Lebensraum unseres Planeten.

Ab 9.10 Uhr /Xenius – das Wissensmagazin

Ab 11.25 Uhr Frauen und Ozeane/ 5-teilige Dokumentationsreihe von Alexandra Sorgenicht

16.30 Uhr Manganknollen vom Meeresgrund: Goldrausch im Pazifik / Dokumentation von Friederike Lorenz Erstausstrahlung

18.20 Uhr Die Eroberung der Weltmeere und die Macht der Wissenschaft/ Dokumentation von Max Mönch und Alexander Lahl Erstausstrahlung

19.30 Uhr 360° geo Reportage Die Eisbergjäger von Neufundland

Ab 20.15 Uhr  Unsere Ozeane / 4-teilige DokumentatIonsreIhe von Jacques Perrin und Jacques Cluzaud  FrankreIch 2011

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