Plankton. Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane

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Christian Sardet „Plankton“ Verlag Ulmer 2016.

Wunder einer driftenden Welt: Sardets „Plankton. Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane“ Reise durch die faszinierende Mikrowelt der Ozeane „Plankton. Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane“ weiterlesen

Plastik: Gefährliches Fressen im Ozean. Im ARTE-TV und im Web.

Fotos: © mobydok / atelier hurra
Fotos: © mobydok / atelier hurra

Mit ARTE können Sie das Meer entdecken! Unter dem Motto #MeereUndOzeane – Entdecken. Nutzen. Schützen laden wir Sie zu einem Web-Projekt ein: Fragen und Probleme, aber auch viel Wissenswertes zu unseren Sieben Weltmeeren stehen dabei im Fokus. In Kooperation mit dem Wissenschaftsjahr 2016*17 informieren wir auf ARTE Future über unsere Weltmeere.

Alle aktuellen Programme finden Sie hier: http://future.arte.tv/de/meer-entdecken

Ab 17. September steht das Thema „MIKROPLASTIK“ im Mittelpunkt: Jedes Jahr landen über 10 Mio Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Wie reagieren die Meeresbewohner auf die künstlichen Stoffe? Welche toxischen Effekte haben sie am Ende auf den Menschen? Immerhin finden sich schon heute in fast 60% aller Heringsmägen Plastikpartikel! Und wer 500 Gramm Garnelen im Jahr isst, verzehrt laut Meeresbiologen 175 Mikroplastik-Teilchen!

Im Film „Mikroplastik im Meer“ und in der Scroll-Doku „Plastik. Gefährliches Fressen im Ozean“ entdecken Sie, wie tief die Plastikpartikel bereits in das Nahrungsnetzwerk unserer Ozeane eingedrungen sind:

„Mikroplastik im Meer“
Dokumentarfilm von Vincent Perazio
Im TV: am 17. September um 21.45 Uhr auf ARTE
In der ARTE-Mediathek: ab 17.09. bis 24.09.2016

„Plastik. Gefährliches Fressen im Ozean“
Scroll-Doku, Produktion von  ARTE / MOBYDOK
Ab sofort hier abrufbar: Plastik. Gefährliches Fressen im Ozean

Interview mit Harald Lesch – Die Menschheit schafft sich ab

Fotogalerie

„Wenn wir die Tiefsee ausgenommen haben, dann sind wir ja fertig mit dem Planeten Erde“, so lautet ein Fazit von Harald Lesch zum Tiefseebergbau.

Nicht nur darin hat der bekannte TV-Wissenschaftler von „Abenteuer Forschung“ und „Leschs Kosmos“ mal wieder Recht. Auch das „Anthropozän“, das Zeitalter, in dem der Mensch tiefe, zerstörerische Spuren auf dem Planeten hinterläßt, scheint beschlossene Sache. Ein andereres Fazit ist in seinem neuen Buch zu finden mit dem Titel: „Die Menschheit schafft sich ab“. „Interview mit Harald Lesch – Die Menschheit schafft sich ab“ weiterlesen

Cinemare Filmfest würdigt Haischutz- und Meeresmüll-Aktivisten

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Das 1. International Ocean Film Festival CINEMARE in Kiel ist erfolgreich zu Ende gegangen und DEEPWAVE e.V. ist sehr stolz zum ersten Mal als Partner dabei gewesen zu sein. Es waren fantastische Filme zu sehen und die Gäste haben sich nicht nur von der Schönheit der Meere und den spannenden Geschichten berühren lassen, sondern sich auch intensiv mit Fragen zum Meeresschutz beteiligt. Allen Zuhörern beim Vortrag und Beteiligten an unserem Infostand ein herzliches Dankeschön. Und danke an das CINEMARE Team für die gelunge Premiere – wir sehen uns hoffentlich nächstes Jahr wieder!

Spannend war auch die Jury-Sitzung zur Preisvergabe für den besten Fimbeitrag zum Thema Meeresschutz in der wir beteiligt waren. Gewonnen hat schließlich der Film „Shark Girl – Das Mädchen und der Hai“ von Gisela Kaufmann. Der Film hat zwar schon den Green Screen Preis gewonnen, aber er ist einfach toll gemacht und zeigt wie eine engagierte Taucherin sich für den Schutz der Haie einsetzt (Trailer)

Besondere Erwähnung bekam ein Film über das wichtige Thema Meeresplastik von Pam Langobardi : „Plastic Free Island Kefalonia (2015)“

Auch hier geht es um ein persönliches Engagement – hier im Kampf für saubere Meere. Diese Filme machen einfach Mut für mehr Meeresschutz – wir freuen uns schon aufs nächste Mal.

https://player.vimeo.com/video/134218837

Hier alle Preisträger:

CineMare Seefahrerfilmpreis 2016: „Jago, der Alte Mann und die Tiefsee“
Jury: Prof. em. Dr Hans Jürgen Wulff, CAU Kiel;
Prof. Dr. Tobias Hochscherff, FH Kiel;
Heinz Hermanns, interfilm Berlin

CineMare Meeresnaturfilmpreis 2016: „Land Unter auf Hallig Hooge“
Jury: Cosmos Kiindarius, Inmotion Pictures Los Angeles
Ulrich Baron, NDR
Butch Dairymple-Smith, ButchDesign

CineMare Meeresschutzfilmpreis 2016: „Shark Girl – Das Mädchen und der Hai“
Jury: Mitchell Major, Black Coral
Christian Howe, Submaris Kiel
Dr. Onno Groß, DEEPWAVE e.V.
Korina Gutsche, Blue Child Films

CineMare Meereskurzfilmpreis 2016: „Fishing Without Nets“
Jury: Barne Peters, LOOPPOOL.tv
Arne Sommer, FFHHSH, Filmwerkstatt Kiel
Jörg Meyer, KN

CineMare Meeresfilmpublikumspreis 2016:
„Kieler Förde – Meerjungfrauen, Miniwale und Matrosen“
„The Weekend Sailor“

Die Eroberung der Weltmeere – Und die Macht der Wissenschaft

Kontrolle des Korallenwachstums um Barlasu Island, Japan © Werwiewas Medien/Robert Cöllen
Kontrolle des Korallenwachstums um Barlasu Island, Japan © Werwiewas Medien/Robert Cöllen

TV-Tipp Thema: Meer entdecken! | arte Monopoly der Weltmeere

Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Küstenstaaten beanspruchten allenfalls einen schmalen Uferstreifen. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert: Das Staatsgebiet endet nun nicht mehr am Ufer eines Meeres, sondern geht unter Wasser weiter.

Es ist vergleichbar mit der Geschichte Afrikas, als die Kolonialmächte den Kontinent aufteilten. Statt militärischen, werden heute wissenschaftliche Begründungen herangezogen: „Festlandsockel“ lautet das Zauberwort für das Neuland unter Wasser und gelangte fast unbemerkt als Zusatzartikel in das Internationale Seerecht. Seit der Ratifizierung in den 90er Jahren setzen nun Küstenstaaten alles daran, einen möglichst großen Festlandsockel nachzuweisen. Denn je größer der Sockel, desto größer das dazugehörige Meeresgebiet.

Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Nicht nur Konflikte über konkurrierende Gebietsansprüche zwischen den Staaten sind an der Tagesordnung. Auch kann niemand abschätzen, welche ökologischen Folgen es haben wird, wenn die Staaten in „ihre“ Tiefsee vorrücken, um Rohstoffe aus dem Meeresboden zu gewinnen. Das Problem: Der Festlandsockel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, nur Wissenschaftler können ihn bestimmen. So könnten mehr als 50 Prozent unserer Meere unter staatliche Hoheit fallen.

Die Recherche für diese Produktion dauerte mehrere Jahre. Da die sehr diskret arbeitende Festlandsockelkommission zu keiner offiziellen Stellungnahme bereit war, mussten die Filmemacher verschlungene Wege gehen, um Experten vor die Kamera zu bekommen.

Nach „Der Fluch der Meere – Plastik“ (2012) und „Natur unter Beschuss“ (2013) lenken die Autoren mit diesem Film die Aufmerksamkeit auf einen weiteren Skandal um die Weltmeere: ihre Besitznahme. „Die Einverleibung riesiger Ozeangebiete hat sich ohne große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vollzogen und läuft extrem intransparent. Kaum einer versteht, was da vor sich geht. Angesichts der ökologischen Fragilität wird es nun entscheidend sein, wie sich die Küstenstaaten verhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie gefährlich ihre politischen und ökonomischen Interessen den Weltmeeren werden können.“

ARTE  strahlt die Dokumentation „Die Eroberung der Weltmeere – Und die Macht der Wissenschaft“ am  04. juni 2016 um 18.00 Uhr im Rahmen des ganztägigen Programmschwerpunkts „Meer entdecken!“ zum Welttag der Ozeane aus.

Meer entdecken!

http://future.arte.tv/de/meer-entdecken

Meer entdecken! heißt es bei ARTE im Juni – nicht nur im TV-Programm, sondern auch online bei ARTE Future: Hier startet zur Ausstrahlung des Programmschwerpunkts eine Reihe von vier Webdokumentationen, die Fragen und Probleme, aber auch viel Wissenswertes zu unseren sieben Weltmeeren in den Fokus rücken. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten wird diese Serie umfassend und fortlaufend aktualisiert und über unsere Weltmeere informieren.

Den Auftakt bildet im Juni die erste Webdoku «Monopoly der Weltmeere», die in Anlehnung an die Wissenschafts-Dokumentationen «Goldrausch im Pazifik» und «Die Eroberung der Weltmeere» die Fragen nach den staatlichen Ansprüchen auf immer größere Teile der Ozeane und der Ausbeutung ihrer Bodenschätze beleuchtet. Mit Hilfe von Experteninterviews, Filmclips und Animationen werden die User zum Nachdenken und Mitmachen angeregt. Fortgesetzt wird die Reihe mit der Webdoku «Mikroplastik in den Ozeanen» im September.

ARTE und das Wissenschaftsjahr 2016*17

Das interaktive Online-Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsjahr 2016*17, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BmBF), das von Juni 2016 bis September 2017 die vielfältigen Disziplinen und Anstrengungen der Meereswissenschaft in den öffentlichen Fokus rückt. ARTE und das Wissenschaftsjahr 2016*17 zeigen, was wir tun können und müssen, um die Meere und Ozeane für uns und künftige Generationen zu bewahren und nachhaltig nutzen zu können.

Meer entdecken! – Programmschwerpunkt zum Welttag der Ozeane

Samstag, 4. Juni 2016

Anlässlich des Welttags der Meere am 8. Juni taucht ARTE am 4. Juni den ganzen Tag über mit Meeresforschern und Biologen ein in die faszinierende Welt unserer Ozeane, dem größten Lebensraum unseres Planeten.

Ab 9.10 Uhr /Xenius – das Wissensmagazin

Ab 11.25 Uhr Frauen und Ozeane/ 5-teilige Dokumentationsreihe von Alexandra Sorgenicht

16.30 Uhr Manganknollen vom Meeresgrund: Goldrausch im Pazifik / Dokumentation von Friederike Lorenz Erstausstrahlung

18.20 Uhr Die Eroberung der Weltmeere und die Macht der Wissenschaft/ Dokumentation von Max Mönch und Alexander Lahl Erstausstrahlung

19.30 Uhr 360° geo Reportage Die Eisbergjäger von Neufundland

Ab 20.15 Uhr  Unsere Ozeane / 4-teilige DokumentatIonsreIhe von Jacques Perrin und Jacques Cluzaud  FrankreIch 2011

Endspurt für Sonderschau „Der Blaue Planet“ im Meeresmuseum

Sonderschau im MEERESMUSEUM „Der Blaue Planet“ endet bald

Nur noch bis zum 29. Mai ist im MEERESMUSEUM Stralsund die Sonderausstellung „Unser Blauer Planet: gestern – heute – morgen“ – Die Meeresfibel zu sehen. Die Exposition von DEEPWAVE e. V., gefördert mit Mitteln des Umweltbundesamtes und Bundesumweltministeriums, zeigt sowohl die Faszination der Meere als auch wirksame Projekte als Antwort auf die derzeitige Bedrohung der Ozeane.

Die 36-seitige Begleitbroschüre lebt besonders von den detaillierten und wissenschaftlich fundierten Grafiken der Hamburger Künstlerin Anna Mandel. Als Illustratorin der Meeresfibel für Schüler vermittelt sie die dargestellten Probleme und wirksame Wege zu ihrer Behebung anschaulich und einfühlsam. Dabei geht es ihr vor allem um die Botschaft, den Blick auf die Meere zu ändern, unseren Planeten als Blauen Planeten zu begreifen und aus neu erworbenem Wissen heraus handeln zu können. In der Ausstellung im Stralsunder MEERESMUSEUM sind die 13 großformatigen, in langer Handarbeit entstandenen Original-Zeichnungen und die Meeresfibel-Texte zu finden.

Am Beispiel einiger Ökosysteme, wie Nordsee, Hochsee, Tiefsee, Tropen- und Eismeere, wird die Lebenswelt gestern, heute und morgen akribisch dargestellt. So lebten vor den Dünenküsten der Nordsee vor 150 Jahren noch reiche Fischschwärme und zahlreiche Schweinswale, während heute die zunehmende Nutzung durch Kiesabbau, Schifffahrt, Tourismus und Fischerei den Artenreichtum stark gefährdet. Eine Lösung wären mehr Schutzgebiete für den Fischnachwuchs und seltene Tiere. In Tropenmeeren, die noch vielfältiger von Verschmutzungen bedroht sind, steht dagegen der Schutz der Mangroven und Korallen im Vordergrund. Für die Tiefsee mit ihren faszinierenden Lebewesen gilt es, zukünftig weltweite Regeln und große Schutzgebiete zu etablieren.

Die verständlich geschriebenen Texte der Broschüre sollen vor allem Kindern die vielfältige Welt des Lebensraumes Meer näher bringen und ein Umdenken für die folgenden Generationen bewirken. Die Meeresfibel für Schüler ist über DEEPWAVE e. V. gegen eine Spende für Portokosten zu beziehen. Der gemeinnützige Verein DEEPWAVE setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Belange der Ozeane und ihre gefährdeten Lebewesen ein. Weitere Infos gibt es unter deepwave.org

und im Meeresfibel Blog.

Das MEERESMUSEUM Stralsund ist bis Ende Mai Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, um die Sonderausstellung zu besuchen. Ab Juni erweitert sich die Öffnungszeit auf den Montag.

 

Mit freundlichen Grüßen aus dem
Deutschen Meeresmuseum
Museum für Meereskunde und Fischerei ∙ Aquarium
Stiftung des bürgerlichen Rechts
Katharinenberg 14 – 20
18439 Stralsund
www.deutsches-meeresmuseum.de

„Meeresschutz – von der Rettung des Planeten“ Politische Ökologie

www.politische-oekologie.de
http://www.politische-oekologie.de

Liebe Vordenkerinnen und Querdenker,

das Wissenschaftsjahr 2016/2017 steht im Zeichen der Meere und Ozeane. Passend dazu erscheint Ende Mai unsere neue Ausgabe zum Meeresschutz.

Lange Zeit hat der Mensch die Auswirkungen seines Handelns auf die marinen Ökosysteme unterschätzt. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um Meere und Ozeane wieder in lebensfreundliche Habitate für Tiere und Pflanzen zu verwandeln – und damit die Nahrungsgrundlage für Milliarden Menschen zu sichern. Die Ende Mai erscheinende Ausgabe der politischen ökologie zum Meeresschutz lotet aus, wie sich die Plastikflut auf den Meeren eindämmen lässt, wie eine umweltschonende Fischerei aussieht und wie die Ozeane ihre stabilisierende Funktion für das Weltklima behalten können. Es geht um nichts Geringeres als die Rettung des blauen Planeten.

Neugierig geworden? Hier lesen Sie bereits zwei Artikel kostenlos, bevor die Meeresschutz-Ausgabe der pö am 27. Mai erscheint.

Thilo Maack: Das große Geschenk der Ozeane – Mehr als Salzwasser

Ozeane spenden Leben, nicht nur weil sie Kohlendioxid speichern und Milliarden Menschen weltweit mit eiweißreicher Nahrung versorgen. Trotzdem beuten wir sie immer rücksichtsloser aus, vermüllen sie großflächig mit Plastik und tun nicht genug, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. – Sind die Meere und wir noch zu retten? Mehr >

Sebastian Buschmann und Stephan Jermendy: Illegale Fischerei – Unterm Radar

Die legale Überfischung durch industrielle Fangschiffe ist weltweit ein viel diskutiertes Thema. Sehr viel weniger Beachtung dagegen findet die illegale Fischerei, die ungehemmt im Verborgenen stattfindet – mit katastrophalen Folgen für Meeresumwelt, Ernährungsgrundlagen und fairen Wettbewerb. Mehr >

Ebenfalls im Heft ist auch Artikel zum Tiefseebergbau von Dr. Onno Groß, Deepwave

Eine Zukunft für die Ozeane – Vortrag Meeresmuseum Stralsund

Dr. Onno Groß von DEEPWAVE e. V. ist im MEERESMUSEUM auch mit der Sonderausstellung „Meeresfibel“ vertreten. © Jan-Peter Reichert/Deutsches Meeresmuseum
Dr. Onno Groß von DEEPWAVE e. V. ist im MEERESMUSEUM auch mit der Sonderausstellung „Meeresfibel“ vertreten.
© Jan-Peter Reichert/Deutsches Meeresmuseum

Eine Zukunft für die Ozeane: Lösungen für mehr Schutz

Vortrag mit Dr. Onno Groß im MEERESMUSEUM Stralsund

Tagtäglich mehren sich die schlechten Nachrichten über den Zustand der Weltmeere. Jahrzehntelange Überfischung, Umweltverschmutzung und Gefahren durch den Klimawandel mindern ihre ökologische Stabilität. Bedroht sind wandernde Wale, Haie und Meeresschildkröten als Beifang in der Fischerei. Und ob an den Pazifikinseln oder vor unserer Haustür: die zunehmende Fracht an Plastikteilen im Wasser sind eine Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger. Damit nicht genug: Pestizide, Herbizide, Kunstdünger, Reinigungsmittel, Abwasser und Öl aus der Schifffahrt machen ebenfalls an keinen Grenzen halt. Darunter leiden Austern, Garnelen, Korallen oder das Plankton – die Basis der ozeanischen Nahrungskette. Am Ende leiden auch die Fischbestände, die ohnehin schon in wenigen Jahrzehnten stark geschrumpft sein werden.

Kein Land der Welt kann all diese Probleme alleine lösen. Aber bei weiter fortgesetztem Missmanagement stehen die Ozeane vor einem Kollaps. Ist das Meer also noch zu retten? Die Meere gehören nach dem Seerechtsübereinkommen zum „Menschheitserbe“. Der Schutz der Ozeane ist daher auch ein Thema auf nationaler und internationaler Bühne. Doch da viele Nationalstaaten bei den Debatten beteiligt sind, verzögert sich das Handeln und wirtschaftliche Interessen verhindern die Umsetzung.

Welche Antworten die Politik auf die drängenden Aufgaben dringend geben muss, wird Dr. Onno Groß von der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e. V. in seinem Vortrag an aktuellen Beispielen aufzeigen. Alle Interessierten sind herzlich am 31. März um 19:00 Uhr im MEERESMUSEUM Stralsund willkommen. Der Eintritt beträgt drei Euro pro Person; für Mitglieder des Fördervereins Deutsches Meeresmuseum e. V. ist der Eintritt frei.

Weitere Infos Deutsches Meeresmuseum

 

Endlich Schutz für deutsche Meeresschutzgebiete gefordert

Umweltverbände fordern Schutz für deutsche Meeresschutzgebiete

Stellungnahme für strengere Fischereiregeln in Schutzgebieten eingereicht

Hamburg/Berlin, 16. 3. 2016 – Wirksameren Meeresschutz fordern deutsche Umweltverbände von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Für die deutschen Natura-2000-Schutzgebiete in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) müssen künftig deutliche strengere Regeln für die Fischerei gelten, so die Forderung der Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme. Noch bis zum 22. März läuft das offizielle Beteiligungsverfahren zu den von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium vorgeschlagenen Fischereimaßnahmen. „Die Vorschläge im aktuellen Maßnahmenkatalog reichen nicht aus, um etwa die einzige deutsche Walart, den Schweinswal, oder die seltenen Steinriffe und Sandbänke zu schützen. In mindestens der Hälfte der Schutzgebiete müssen menschliche Eingriffe verboten werden. Zerstörerische Fischerei hat in Schutzgebieten gar nichts zu suchen“, sind sich die Umweltverbände BUND, Deepwave, DNR, DUH, Greenpeace, NABU, Schutzstation Wattenmeer, Whale & Dolphin Conservation und WWF einig.

Besonders kritisieren die Verbände in ihrer Stellungnahme das komplette Fehlen von Maßnahmen für die Ostsee-Schutzgebiete und die vorgeschlagenen Maßnahmen für das Sylter Außenriff mit der Amrumbank – der Kinderstube des Schweinswals. Die Verbände fordern striktere Fischereimaßnahmen in Schutzgebieten, wie etwa das Verbot von Meeresboden schädigenden Grundschleppnetzen oder Stellnetzen, in denen Seevögel und Schweinswale als ungewollter Beifang verenden. „Nur mit der Einrichtung von fischereifreien Zonen können die Schutzgebiete ihrer Funktion als Refugien für bedrohte Arten und als natürliche Lebensräume gerecht werden“, so die Verbandsvertreter.

Nein zu umweltschädlichen Fangmethoden im Schutzgebiet

Ebenfalls im Fokus der Kritik: Die Vorschläge der Bundesministerien, das östliche Sylter Außenriff für die Krabbenfischerei geöffnet zu lassen, obwohl diese mit zerstörerischen Fanggeräten arbeitet. „Diese Ausnahme für die Krabbenfischerei konterkariert das Wort Schutzgebiet. Die eingesetzten Grundschleppnetze schädigen den Meeresboden“, argumentieren die Umweltschützer. Dabei hätte eine Schließung des Gebiets für die heimischen Krabbenfischer kaum Fangeinbußen zur Folge – mit unter drei Prozent ist ihr Jahresfanganteil dort verschwindend gering.

Der von der deutschen Regierung erarbeitete Katalog der Fischereimaßnahmen wird an die EU-Kommission und jene EU-Mitgliedsländer verschickt, die in der deutschen Nordsee fischen. Dazu gehören Dänemark, die Niederlande, Großbritannien, Belgien und Frankreich. Auch diese Länder müssen den Vorschlägen zustimmen. Erst dann können die Maßnahmen in Deutschland umgesetzt werden. Die Umweltverbände befürchten ein weiteres Aufweichen der Maßnahmen in dem bevorstehenden europäischen Prozess. „Zu oft haben sich auf EU-Ebene die Fischereiinteressen gegen geltendes Naturschutzrecht durchgesetzt – diesmal darf die Bundesregierung in den Verhandlungen keinem politischen Minimalkonsens zustimmen“, fordern die Sprecher der Verbände.

Die vollständige Stellungnahme der Umweltverbände finden Sie unter http://gpurl.de/glB2q; ; Bildmaterial auf Anfrage unter 040 30618-376.

Für Rückfragen erreichbar:

Deepwave 1. Vorsitzender Dr. Onno Groß (0179-5986969),

BUND-Meeresschutzreferentin Nadja Ziebarth (0174-3191424); DNR-Generalsekretär Florian Schöne (030-678177599); DUH-Leiter Naturschutz Ulrich Stöcker (0160-8950556); Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack (0171- 8780841); NABU-Meeresschutzexperte Dr. Kim Detloff (0152-09202205); Schutzstation Wattenmeer: Katharina Weinberg (04841-668544); Whale & Dolphin Conservation-Pressesprecherin Michaela Harfst (089-61002395); WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter (0151-18854925).

Valdivia – Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

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Buchpremiere mit Rudi Palla im MEERESMUSEUM Stralsund

Der Leipziger Zoologe Carl Chun war von der Tiefsee und deren Möglichkeiten fasziniert. So warb er in einer Rede an die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte am 24. September 1897 für eine Expedition zur Erforschung der Tiefsee. Es gelang ihm nicht nur, diese zu überzeugen, sondern ebenfalls Kaiser Wilhelm II für die Unternehmung zu begeistern. Dieser war sich sicher, dass auch die wissenschaftliche Erforschung und Eroberung der Tiefsee ein wichtiges politisches Instrument im Kampf um die Weltmachtstellung gegen Großbritannien sei. Aus diesem Grund ließ sich auch der Deutsche Reichstag für den Plan gewinnen und gab eine ungewöhnlich hohe Summe für die Expedition frei. Knapp ein Jahr nach Chuns Rede, zwei Tage nach Bismarcks Tod, war es dann soweit – Der Schraubendampfer Valdivia stach in See.

Während der neunmonatigen Reise durchquerte die Besatzung den Nord- und Südatlantik, die antarktischen Gewässer und den Indischen Ozean. Es wurden umfangreiche Messungen zur Meerestiefe und -temperatur durchgeführt, die Beschaffenheit des Meeresbodens erforscht und zahlreiche neue Tierarten entdeckt – die wissenschaftliche Ausbeute war enorm! Dabei entdeckten die Expeditionsteilnehmer u. a. den Vampir der Tiefsee, den Vampyroteuthis infernalis. Die Artenvielfalt, auch in größter Tiefe, faszinierte die gesamte Mannschaft.

Rudi Palla erzählt spannend und detailreich mithilfe vieler Originalabbildungen und erstmals ausgewerteter Dokumente, wie Notiz-, Tage- und Fangbüchern, von der Exkursion. Dabei beschränkt er sich nicht auf die damalige Reise und die Abenteuer an Bord und an Land, sondern er stellt diese in den leider sehr aktuellen Kontext der Verschmutzung der Meere, die das Ende der biologischen Vielfalt der Tiefsee bedeuten kann und schon heute erschreckende Ausmaße angenommen hat. „Die Wissenschaftler der Valdivia-Expedition erlebten damals, vor mehr als hundertzehn Jahren, die Meere in einem Zustand, den es heute nicht mehr gibt.“

Die Premiere der Publikation von und mit Rudi Palla findet am Donnerstag, 10. März 2016, um 19:00 Uhr im MEERESMUSEUM Stralsund statt. Der Eintritt beträgt drei Euro pro Person; für Mitglieder des Fördervereins Deutsches Meeresmuseum e. V. ist der Eintritt frei. Vor Ort besteht die Möglichkeit, das Buch zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen.

Das Buch: Rudi Palla: Valdivia – Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition, Verlag Galiani Berlin, ISBN 978-3-86971-124-9, 224 Seiten mit Fotos und Abbildungen; gebunden mit Schutzumschlag, Euro 28,00 (D) | ca. Euro 28,80 (A)

Der Autor: Rudi Palla (geb. 1941 in Wien) arbeitet als freier Schriftsteller. Zu seinen Publikationen zählen u. a. Verschwundene Arbeit (1994, Neuausgabe 2014), Unter Bäumen. Reisen zu den größten Lebewesen (2006), Kurze Lebensläufe der Narren (2008) und Der Kapitän & der Künstler. Die Erforschung der Terra Australis (2013).